Über die Bruderschaft

Historie und Wissenswertes

In alter Tradition für Glaube, Sitte und Heimat

Die Anfänge der Schützenbruderschaft (1904)

Der Schießsport, der um die Jahrhundertwende in Grotenrath bereits in voller Blüte stand und um dessen Meisterschaft auch damals schon gerungen wurde, veranlasste Josef Latour, auf seiner Wiese einen Schützenrechen aufzustellen und seine Freunde an einem Sonntag im Februar 1904 zu einem kleinen Wettschießen einzuladen.

Nach der mündlichen Überlieferung des am 13. Februar 1959 verstorbenen Reiner Rongen fanden sich zu diesem Wettschießen folgende Schützen ein: Josef Latour, Gerhard Boltum, Hubert Meyer und Reiner Rongen.

Hart wurde um die Meisterwürde gekämpft. Während des Wettkampfes kam Gerhard Boltum, dem das Schießen wohl die größte Freude bereitete, auf den Gedanken, in Grotenrath – wie bereits in anderen Orten – eine Schützenbruderschaft zu gründen. Seine Schießfreunde begrüßten diesen Vorschlag einstimmig. Gemeinsam vereinbarte man, bereits am folgenden Sonntag in der damaligen Gaststätte Meessen eine Gründungsversammlung abzuhalten.

Der Vorschlag fand dort große Zustimmung. Zu den Gründungsmitgliedern der neu entstandenen Bruderschaft gehörten:

  • Josef Latour
  • Gerhard Boltum
  • Hubert Meyer
  • Reiner Rongen
  • Josef Rongen
  • Arnold de Gavarelli
  • Arnold Nießen
  • Egidius Nießen
  • Jakob Offermanns
  • Gerhard Fliegen
  • Matthias Tillmanns

Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

  • Josef Latour – 1. Vorsitzender
  • Josef Rongen – Schriftführer
  • Reiner Rongen – Kassierer
  • Hubert Meyer – Hauptmann

Schon kurz nach der Gründung wurden Vereinsstatuten aufgestellt. Leider sind diese frühen Unterlagen im Laufe der Zeit verloren gegangen.

Bekannt ist jedoch, dass sich die junge Schützenbruderschaft das Ziel setzte, Träger der kulturellen Veranstaltungen des Dorfes zu werden.

Das Mindestalter für die Aufnahme in den Verein betrug 18 Jahre. Darüber hinaus wurde ein Mitgliedsbeitrag beschlossen und das Königsgeld festgesetzt. Ebenso legte man einen Mindestpreis für die Königsplatte fest, der 25 Mark nicht unterschreiten durfte.

Da die Anschaffung einer Uniform zunächst finanziell nicht möglich war, entschied man sich für grün-weiße Schleifen, die bei den Festumzügen getragen wurden.

Die ersten Vereinsjahre

Die erste Königswürde errang Schützenbruder Jakob Offermanns. Das erste auswärtige Schützenfest besuchte die Bruderschaft im Jahr 1905 in Frelenberg. Ob bereits zu diesem Fest die Fahne mitgeführt wurde, die Schützenbruder Arnold de Gavarelli von der Übacher Bruderschaft als Geschenk für die jungen Schützenbrüder in Grotenrath erhalten hatte, ist heute nicht mehr bekannt.

Die erste Fahne zeigte in ihrer Mitte eine Schießscheibe mit zwei gekreuzten Gewehren. Leider ging sie während der Evakuierung im Zweiten Weltkrieg verloren. Als Ersatz wurde später eine neue Fahne angeschafft, die den Schutzpatron der Bruderschaft, den heiligen Cornelius, zeigt.

Wie rege das Vereinsleben bereits in den Anfangsjahren war, zeigt die Tatsache, dass es der jungen Schützenbruderschaft gelang, ein eigenes Festzelt mit einer Größe von rund 200 Quadratmetern anfertigen zu lassen. Leider wurde dieses schöne Zelt während eines Unwetters auf einem Schützenfest in Waubach (Niederlande) zerstört.

Der Erste Weltkrieg (1914–1918) schlug der noch jungen Bruderschaft tiefe Wunden. Dennoch lebte der alte Vereinsgeist in den Herzen der heimgekehrten Schützenbrüder weiter. Schon bald wurden die Degen und das übrige Vereinsmaterial, das während des Krieges vorsorglich bei einem befreundeten Geschäftsmann in Waubach eingelagert worden war, zurückgeholt.

Der Verein blühte rasch wieder auf. Als die belgischen Besatzungsstreitkräfte schließlich auch die Luftbüchsen einzogen, wurde der Königsvogel kurzerhand mit Steinen von der Stange geworfen. Erster „Steinwurfkönig“ wurde im Jahr 1919 Johann Latour.

In den Jahren 1922 bis 1925 fand außerdem erstmals ein Fackelzug zum St. Martinstag in Grotenrath statt – ebenfalls ein Verdienst der Schützen.

Die Gründung des Trommlerkorps

An dieser Stelle muss besonders erwähnt werden, dass der Tambour Heinrich de Gavarelli und der Flötist Matthias Heinen der Schützenbruderschaft als Musikanten vorauszogen. Später wurde Matthias Heinen von Willi Hansen abgelöst.

Heinrich de Gavarelli und Willi Hansen gründeten im Jahr 1921 das Trommlerkorps "Heimattreue". An der Gründungsversammlung nahmen folgende Mitglieder teil:

  • Heinrich de Gavarelli
  • Willi Hansen
  • Hubert Lemmens
  • Heinrich Mingers
  • Hubert Rütten
  • Johann Starmanns
  • Gottfried Keller
  • Josef Heinen
  • Theo Pall
  • Ludwig Jansen
  • Martin Jansen
  • Wilhelm Peters
  • Peter Mingers
  • Franz de Gavarelli
  • Wilhelm Lemmens
  • Josef Latour
  • Josef Peters
  • Arnold Resch
  • Gerhard Latour
  • Josef Meyer

Die ersten Proben fanden in der Werkstatt von Josef Meessen statt. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die neu gegründete Musikgemeinschaft im Rahmen einer Theateraufführung im Saal Eigelshoven.

Schützenbruderschaft und Trommlerkorps – eine enge Gemeinschaft

Seit ihrer Gründung arbeiteten die Schützenbruderschaft und das Trommlerkorps stets eng zusammen. Ausdruck dieser guten Zusammenarbeit war unter anderem der gemeinsame Beschluss aus dem Jahr 1925, die Kirmes künftig gemeinsam zu feiern.

Diese Tradition hat sich bis heute bewährt und wird mit großem Erfolg fortgeführt.

Die Zeit des Nationalsozialismus und der Wiederaufbau

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Leben der Schützenbruderschaft stark eingeschränkt. Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945), als viele junge Männer in dieser schrecklichen Zeit zum Kriegsdienst eingezogen wurden, kam das Vereinsleben nahezu vollständig zum Erliegen.

Durch die Evakuierung im Jahr 1944 gingen zahlreiche Ausrüstungsgegenstände und Vereinsmaterialien verloren.

Nach Kriegsende lebte der alte Gemeinschaftsgeist jedoch rasch wieder auf. Bereits im Jahr 1952 veranstaltete das Trommlerkorps gemeinsam mit der Schützenbruderschaft ein internationales Kameradschaftstreffen der Spielmannszüge.

Zwei Jahre später, im Jahr 1954, konnte die Bruderschaft ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Im Anschluss an dieses Jubiläumsfest wurden neue Uniformen angeschafft und damit ein weiterer wichtiger Schritt für die Zukunft des Vereins getan.

Auch wenn die St. Cornelius Schützenbruderschaft Grotenrath 1904 e. V. zu den kleineren Bruderschaften zählt, blickt sie auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Sie verwaltet bis heute das Erbe ihrer Gründer und fühlt sich weiterhin dem Wahlspruch verpflichtet:

„Für Glaube, Sitte und Heimat.“

von Leo Rongen im Jahr 1959

Schutzpatron - heiliger Cornelius

Der heilige Cornelius war von 251 bis 253 Papst der katholischen Kirche und gilt als ein standhafter Verteidiger des christlichen Glaubens. Während der Christenverfolgung setzte er sich für Versöhnung, Nächstenliebe und den Zusammenhalt der Glaubensgemeinschaft ein. Aufgrund seines Glaubens erlitt er schließlich das Martyrium.

In vielen Regionen Europas wird der heilige Cornelius als Schutzpatron der Haustiere, insbesondere des Hornviehs, sowie als Helfer bei Nervenleiden und Epilepsie verehrt. Er gehört zu den vierzehn Nothelfern und genießt bis heute eine besondere Bedeutung in zahlreichen Gemeinden.

Für die St. Cornelius Schützenbruderschaft Grotenrath ist der heilige Cornelius weit mehr als ein Namenspatron. Er steht als Sinnbild für Glauben, Gemeinschaft, Verantwortung und den Zusammenhalt – Werte, die das Vereinsleben seit der Gründung prägen und bis heute das Handeln der Bruderschaft bestimmen.

Pfarrkirche St. Cornelius Grotenrath

Die Pfarrkirche St. Cornelius prägt seit Generationen das Ortsbild von Grotenrath und ist das geistliche Zentrum der Pfarrgemeinde. Sie ist dem heiligen Cornelius geweiht, dem Schutzpatron unserer Schützenbruderschaft, und verbindet auf besondere Weise Glauben, Geschichte und Gemeinschaft.

Über viele Jahrzehnte hinweg war und ist die Kirche Mittelpunkt des kirchlichen und dörflichen Lebens. Hier finden Gottesdienste, Hochfeste und zahlreiche Veranstaltungen statt, die das Miteinander im Ort stärken. Auch für die St. Cornelius Schützenbruderschaft ist die Pfarrkirche seit ihrer Gründung eng mit dem Vereinsleben verbunden. Schützenmesse, Patronatsfest und die feierliche Begleitung kirchlicher Prozessionen sind fester Bestandteil der gelebten Tradition.

So steht die Pfarrkirche St. Cornelius bis heute als sichtbares Zeichen für den Glauben und die Verbundenheit der Menschen in Grotenrath.

Vorstand

Wolfgang Latour

Stefan Mingers

Bernd Otermans

Stephan Heinen

Eberhard Rütten

Joop van Dam

Hermann Speel

© St. Cornelius Schützenbruderschaft Grotenrath 1904 e. V. 

Alle Rechte vorbehalten.

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